Fraunhofer-Institut tüftelt an der Vollversorgung mit erneuerbaren Energien

Foto: Schmack Biogas AG

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Der Begriff Kraftwerk hat derzeit die Macht, den Menschen einen Schauer über den Rücken zu jagen. So fern Japan auch ist, so nah ist jedoch das Thema Energieversorgung. Fällt die Stromeinspeisung eines Versorgers aus, sind es nämlich Kraftwerke, die dann zum Einsatz kommen. Längere Durststrecken im Stromnetz decken sogenannte Schattenkraftwerke. Im Bereich der erneuerbaren Energien wird nun erforscht, wie man ohne ein solches Kraftwerk auskommt. In Deutschland ist eine sichere und zuverlässige Stromversorgung allein aus erneuerbaren Energien auch ohne Schattenkraftwerke möglich. Den Beweis tritt derzeit das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt „Kombikraftwerk 2“ des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) an. „Windund Biogaskraftwerke sowie Solarstromanlagen werden in Modellen und Feldversuchen verknüpft und zentral gesteuert. Die Forscher erhoffen sich davon Erkenntnisse darüber, wie sich der steigende Anteil von Wind- und Sonnenenergie in die Stromversorgung integrieren lässt“, heißt es in der Projektbeschreibung. Untersucht werden soll auch der Beitrag erneuerbarer Energien zur Versorgungsqualität: Schon heute weisen Solar-, Biogas- und Windenergieanlagen technische Eigenschaften auf, die die Netzstabilität unterstützen und das Stromnetz bei Engpässen entlasten können. „Ein vollständiger Umstieg auf regenerative Energien ist aus Gründen des Klimaschutzes und angesichts endlicher fossiler Ressourcen unumgänglich“, sagt Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Leiter des IWES. „Unser Praxistest wird zeigen, dass eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien realistisch ist und dass auch bei Flaute nicht die Lichter ausgehen.“ Während die Bundesregierung bis 2020 mindesten 35 Prozent der Stromversorgung durch erneuerbare Energien realisieren will, sehen Experten bis 2050 eine Komplettstromversorgung durch sich regenerierende Quellen.