Mit dem Netzwerk Neues Wohnen in Dresden selbst Wohn(t)räume schaffen

Die erste Baugemeinschaft in der Friedrichstadt zog 2009 mit neun Familien und derzeit zwölf Kindern in das Wohn- und Kontorhaus der ehemaligen Hefe und Spirituosenfabrik Bramsch ein. Neben der denkmalgerechten Sanierung war der Baugemeinschaft auch ein modernes Energiekonzept wichtig, und so nutzt das Haus heute ausschließlich erneuerbare Energien. Foto: Frank Fiedler

Die erste Baugemeinschaft in der Friedrichstadt zog 2009 mit neun Familien und derzeit zwölf Kindern in das Wohn- und Kontorhaus der ehemaligen Hefe und Spirituosenfabrik Bramsch ein. Neben der denkmalgerechten Sanierung war der Baugemeinschaft auch ein modernes Energiekonzept wichtig, und so nutzt das Haus heute ausschließlich erneuerbare Energien. Foto: Frank Fiedler

Stadtleben und Eigenheim, nein, auf den ersten Blick passt das nicht so recht zusammen. Doch auf den zweiten Blick kann man in Dresden nun entdecken, dass man sich auch in der Stadt sein  eigenes Wohnumfeld schaffen kann. Dafür hat sich sogar ein Netzwerk gebildet.

Frances Heinrich

„Neues Wohnen in Dresden“ (NWID) hat sich dieser Zusammenschluss von Initiativen und Institutionen getauft. Der Fokus liegt auf nachhaltiger Stadtentwicklung. An den Baugemeinschafts- und Wohnprojekten Beteiligte sollen Wohnwünsche in selbst gewählter Nachbarschaft gestalten und dabei langfristige soziale, ökonomische und ökologische Lösungen finden.

Aktive Entwicklung des Stadtteils

„Gemeinschaftliche Bau- und Wohnprojekte binden deren Bewohner an ihren Wohnort und tragen zur Lebendigkeit und Stabilisierung von Stadtquartieren bei. Damit werden Altbauten neu genutzt und innerstädtische Brachen bebaut. Die Selbstnutzer engagieren sich für Architekturqualität, für nachhaltige Bauweise und ein ansprechendes Wohnumfeld und bringen sich aktiv in die Entwicklung des Stadtteils ein. Gemeinsame Wohnformen sind eine mögliche Antwort auf eine sich verändernde Gesellschaft. In einer Zeit, die durch Individualisierung, demografischen Wandel, Veränderung der Familienstrukturen und die Veränderung sozialer und ethischer Werte gekennzeichnet ist, stellen sie einen Gegenentwurf zur Vereinzelung dar. So ergänzen sich die persönlichen Vorteile der Bewohner mit den Vorteilen für die Gesellschaft“, umschreibt das Netzwerk Neues Wohnen in Dresden seine Philosophie. Gebildet wird es von Mitgliedern, die das gemeinschaftliche Bauen und die Entstehung neuer Wohnformen anregen beziehungsweise professionell begleiten. Sie treffen sich regelmäßig, um neue Arbeitsschwerpunkte festzulegen und gemeinsame Aktionen vorzubereiten. Das Netzwerk ist offen für neue Mitglieder, die sich mit dem Selbstverständnis des NWID identifizieren können und beruflich oder ehrenamtlich auf dem Gebiet der Entwicklung von Baugemeinschafts- und Wohnprojekten oder als Interessenvertreter von relevanten Gruppen tätig sind.

Beispiele und neue Bauprojekte

Auch zur Dresdner Messe HAUS Anfang März 2012 wird sich das Netzwerk Neues Wohnen in Dresden präsentieren. Wer sich Projektbeispiele einmal aus der Nähe anschauen möchte, dem seien zwei Adressen empfohlen: In der Friedrichstraße 56 erfolgte der Umbau und die Sanierung eines ehemaligen Kontorhauses durch fünf befreundete Familien, die sich noch vier weitere Parteien ins Boot holten. „Obwohl das Gebäude denkmalgeschützt ist, erfolgte die Sanierung unter energetischen Gesichtspunkten und ist damit eines der ersten umfassenden Beispiele hierfür in Dresden. Neben einer Fassadendämmung wurde in die Dachhaut eine 40 Quadratmeter große Solarthermieanlage integriert, die auch die Heizungsanlage (Pelletheizung) unterstützt“, heißt es in der Projektbeschreibung.  Ein zweites Beispiel ist das Wohnhaus in der Seitenstraße 9 im Dresdner Hechtviertel, in das Anfang 2011 fünf Familien einziehen konnten.

Derzeit sucht NWID für sieben neue Projekte noch Mitstreiter: Die geplanten Projekte tragen Namen wie „Dresdner Fuhrwesen“, Friedrichsgarten, Südliches Pfarrlehn (Hellerau) oder auch „Alte Nähmaschinenfabrik“. Fakten zu den einzelnen Objekten sind auf der Internetseite des Netzwerkes einsehbar, ebenso bisher realisierte Bauvorhaben.

Netzwerk Neues Wohnen in Dresden
Ansprechpartner: Silke Sesterhenn
Telefon: 0351/2134531
www.nwid.de