
So zeigt sich das antike Rom jetzt in Dresden – als 360-Grad-Panorama von Yadegar Asisi. Foto: www.asisi.de
Ja, wirklich: Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Yadegar Asisi braucht etwas länger dafür. Aber der Panorama-Mann muss die Ewige Stadt schließlich nicht in Stein gründen, sondern auf Leinwand. Ab 10. Dezember wird im „asisi Panometer Dresden“ das antike Rom des Jahres 312 gezeigt, für Historiker eine Zeitwende – von der Antike hin zum christlichen Abendland. Anders als das barocke Dresden-Bild, welches fünf Jahre lang im Panometer zu sehen war, ist Rom jedoch nur ein knappes Jahr vor Ort.
Thessa Wolf
Das Rundgemälde basiert auf dem historischen Panorama von Josef Bühlmann und Alexander Wagner. Dank modernster Technik ist das 360-Grad-Bild fotorealistisch und detailgenau. In einer Zahl: zwölf Gigabyte groß. Zum Vergleich: „1756 Dresden“ fasste etwa vier Gigabyte. „Lebenspendende Sonne, du kannst wohl nichts Größeres erblicken als die Stadt Rom“, hatte Horaz einige Jahrhunderte zuvor gedichtet. Da war die Stadt am Tiber bereits riesig. Gegründet am 21. April 753 vor Christus Geburt – man denke an den Merkspruch „7,5,3 – Rom kroch aus dem Ei“ –, ist es die älteste heute noch bestehende europäische Metropole überhaupt.
Ein Stück weiter ins Jahr 312. Kaiser Konstantin hatte gerade seinen Gegner Maxentius an der Milvischen Brücke über den Tiber besiegt. Mitsamt seinem Gefolge und den Legionären zog der Sieger in die Stadt ein. Der Legende nach stellte Konstantin am Vorabend der Schlacht die Weichen für die Ausbreitung des Christentums. Ihm war ein leuchtendes Kreuzzeichen mit der erläuternden Inschrift „In diesem Zeichen siege“ erschienen. Daraufhin soll der Kaiser die Schilde und Feldzeichen mit dem Kreuzzeichen, dem Labarum, versehen haben. Wenig später wurde er von christlichen Priestern im Jupitertempel empfangen und erhob das einst bekämpfte Christentum zur römischen Staatsreligion.
Für Yadegar Asisi, der in Dresden Architektur studierte und später in Berlin an der Hochschule der Künste, ist das neue Panoramabild eine Art innerer Siegeszug. 2003 hatte er mit dem Mount Everest in Leipzig seine erste Schau eröffnet. In diesem Jahr zeigt er mit dem griechischen Pergamon in Berlin und der römischen Metropole in Dresden gleich zwei antike Stätten. Das Sprichwort „Alle Wege führen nach Rom“ stimmt jedoch nicht: Ins Panometer gelangt man ausschließlich über die Gasanstaltstraße.












