Ein Viertel Barock mit modernem Lifestyle

Das Barockviertel Dresden: Hier hinterließ August der Starke seine Spuren als Planungstalent. Heute gilt es als das wohl schönste Wohn- und Geschäftsquartier Dresdens. Fotos: Barockviertel

Das Barockviertel Dresden: Hier hinterließ August der Starke seine Spuren als Planungstalent. Heute gilt es als das wohl schönste Wohn- und Geschäftsquartier Dresdens. Fotos: Barockviertel

Das Dresdner Barockviertel ist ein 300 Jahre altes historisches Viertel, in dem heute viele junge kreative Köpfe arbeiten und wohnen. Es liegt nur einen „Brückenschlag“ von der berühmten Dresdner Altstadt, von Zwinger und Brühlscher Terrasse entfernt. Der Reiz dieses Viertels speist sich aus in der Individualität, der Vielfalt und dem typischen Charme Dresdner Lebensart: Streifzüge durch die gut erhaltene und liebevoll restaurierte Architektur mit ihren kleinen Gassen und himmelsoffenen Höfen, in denen nah beieinander viele Orte künstlerischen und handwerklichen Schaffens liegen, bieten reiche Erlebnis und Genussmöglichkeiten.

Der Kurfürst von Sachsen und König von Polen August der Starke plante und entwarf die als breite Allee angelegte Königstraße selbst. Die Bauplätze auf der Straße wurden verschenkt. Die Bauherren hatten sich dabei an strenge Vorgaben zu halten: Die Häuser der Straße durften in ihrer Größe das Japanische Palais nicht überragen. Alle Häuser mussten die gleiche Geschosshöhe und -anzahl aufweisen. Die Fassaden durften nur in hellen Farben erstrahlen. Die Gebäude mussten himmelsoffene Höfe haben. Durch die strengen Bauauflagen Augusts des Starken entstand mit der Königstraße ein Boulevard von großer Noblesse und Schönheit. Mitte des 18. Jahrhunderts zog die neue Königsstadt viele geistige Größen und viele bedeutende Fremde an. Dort, wo heute die Gäste des Hotels Westin Bellevue empfangen werden, befand sich der Kohlmarkt. Im Haus Nr. 14 wohnte Christian Gottfried Körner. In seinem Haus trafen sich die geistigen Größen der Aufklärung. Mozart, Schiller, Goethe, Humboldt oder Kleist: Hier war ein bedeutender Ort, wo Ideen der Aufklärung gepflegt und weitergetragen wurden. Von den alliierten Bombenangriffen vom 13. bis 15. Februar 1945 blieb das Dresdner Barockviertel weitgehend verschont, nicht jedoch von der Verwahrlosung zur DDR-Zeit. Mit viel Aufwand und Liebe zum Detail verwandelten private Investoren und die öffentliche Hand nach der Wende das einst marode Viertel in das denkmalgeschützte Dresdner Barockviertel. Mit Wiederherstellung der früheren Pracht sind auch viele Geschäfte und Unternehmungen in das Barockviertel eingezogen. Vor allem hochwertige und inhabergeführte Geschäfte haben sich hier niedergelassen. Hervorzuheben sind die Bekleidungs- und Schuhgeschäfte sowie die größte Ansammlung von Kunstgalerien und Antiquitätengeschäften ganz Dresdens. Mehr als eine Entdeckung wert ist die überaus abwechslungsreiche Gastronomie – von einfach bis Michelin-Stern! Wahre Verführer sind die vielen kleinen, liebevoll dekorierten Geschäfte in den Gassen um die Königstraße – dort finden sich all die besonderen Dinge, die man in einem Einkaufscenter stets vermisst. Das Dresdner Barockviertel – Dresdens wohl schönstes Wohn- und Geschäftsviertel – verbindet auf eindrucksvolle Weise Geschichte und Gegenwart.

Nora Körner & Dr. Christoph Möllers, Dresdner Barockviertel e. V.

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