Dresden als Stadt gelebter Inklusion mitgestalten

Besonders auf den ausladenden Wegen durch die grünen Gärten Dresdens begegnet man Rollstuhlfahrern, die hier die freie Natur genießen. Doch auch jenseits der erholsamen Umgebung, nämlich inmitten der Stadt, werden Menschen mit Behinderung keine Probleme haben, denn Dresden glänzt als barrierefreie Stadt. Foto: Sylvio Dittrich

Besonders auf den ausladenden Wegen durch die grünen Gärten Dresdens begegnet man Rollstuhlfahrern, die hier die freie Natur genießen. Doch auch jenseits der erholsamen Umgebung, nämlich inmitten der Stadt, werden Menschen mit Behinderung keine Probleme haben, denn Dresden glänzt als barrierefreie Stadt. Foto: Sylvio Dittrich

Seit dem 1. Oktober 2011 gibt es in Dresden eine Koordinierungsstelle für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, deren Träger der Diakonische Werk-Stadtmission Dresden e.V. ist. Mit dem Ziel, Verfahrensabläufe transparent zu gestalten und durch ihre Hilfe Informationslücken und Doppelungen im Verfahrensablauf zu vermeiden, wurde eine zentrale Anlaufstelle für Eltern, Schulen, Behörden geschaffen. Betroffene und Angehörige erhalten Informationen und Beratung zu Leistungsansprüchen, Hilfesystemen und möglichen Bildungswegen. Dadurch werden Menschen mit Behinderung unterstützt und behalten dennoch größtmögliche Selbstbestimmung. Die Grundlage der Beratungen bilden die Bedürfnisse und die individuelle Lebenssituation des Menschen mit Behinderung.

Einen wichtigen Beitrag zur Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen leistet auch die Förderschule am Burkersdorfer Weg, die 2011 ihr 20-jähriges Jubiläum feierte. Die Schule ist eine der vier Dresdner Schulen für Schüler mit geistiger Behinderung. Im Schuljahr 2011/2012 wird die Schule von 63 Schülern und Schülerinnen besucht. Viele von ihnen benötigen intensive Hilfe beim Lernen, bei der gesamten Alltagsbewältigung und bei der Pflege. Einige Schüler sind ständig auf einen Rollstuhl und andere Hilfsmittel angewiesen. In acht Klassen lernen Schüler aller Behinderungsgrade gemeinsam. Unterrichtet wird nach den Richtlinien des Lehrplans für Schulen für geistig Behinderte. Dabei werden die Unterrichtsthemen jedoch für alle Sinne erfahrbar gemacht und in Projekten bearbeitet. Obwohl in Trägerschaft der Evangelischen Behindertenhilfe Dresden, steht die Schule allen Schülern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung offen. Schwerstbehinderten und nicht sprechenden Schülern stehen unterschiedlichste Kommunikationshilfen zur Verfügung. Die in der Schule beheimatete Beratungsstelle für unterstützte Kommunikation leistet eigenen Schülern und deren Eltern, aber auch anderen heilpädagogischen Einrichtungen und Familien in der ganzen Stadt Hilfestellung und Beratung in Fragen neuer Kommunikationshilfen. Dazu zählt neben verschiedenen Symbolsprachen auch die Anwendung von Sprachausgabecomputern. Die Schule ist eine echte Ganztagsschule. Ab 7 Uhr werden die Schüler empfangen, um 8 Uhr beginnt der Unterricht. Bis 15 Uhr wechseln sich Unterricht, angeleitete Freizeit und Pausen in einem wohlausgewogenen Rhythmus ab, damit zwischen den Lernphasen genügend Möglichkeiten auch zur körperlichen Entspannung liegen, besonders wichtig für Schüler mit körperlichen Einschränkungen. Neben Sonderpädagogen und anderen Lehrern stehen den Schülern pädagogische Fachkräfte und Therapeuten zur Seite.

In Dresden kann sich jedermann an der barrierefreien Gestaltung der Landeshauptstadt beteiligen: Dafür hat der Verband der Körperbehinderten der Stadt Dresden e. V. die „Aktion Rampen“ ins Leben gerufen. Die Mitglieder des Verbandes möchten mit Inhabern von kleineren Geschäften und gastronomischen Einrichtungen ins Gespräch kommen und den Bau einer mobilen Rampe anregen, um in vielen Stadtteilen Dresdens eine Verbesserung für mobilitätsbeschränkte Menschen zu ermöglichen. Der Verband freut sich über Hinweise, wo die Installation von Rampen hilfreich wäre, und erbittet diese an seine E-Mail-Adresse info@kompass-dresden.de.

Frances Heinrich

Diesen und weitere Artikel zum Thema Menschen, Erfolge, Lebensart finden Sie in der Printausgabe von Dresden kompakt 2012 oder im Onlinekatalog.