Ferienworkshops machen Schüler mit intelligenten Räumen vertraut

Man wird zwar nicht zu Captain Kirk, aber ein bisschen Star-Trek-Gefühl wird im Trans-Media-Labor in Hellerau gewiss aufkommen. Hier lernen Schüler, futuristische Technik in Räumen, die zuhören und zuschauen und sich verändern, zu entwickeln oder einfach zu nutzen. Foto: Trans-Media-Akademie Hellerau e. V.

Man wird zwar nicht zu Captain Kirk, aber ein bisschen Star-Trek-Gefühl wird im Trans-Media-Labor in Hellerau gewiss aufkommen. Hier lernen Schüler, futuristische Technik in Räumen, die zuhören und zuschauen und sich verändern, zu entwickeln oder einfach zu nutzen. Foto: Trans-Media-Akademie Hellerau e. V.

„Hallo, es ist mir eine Freude, mich für dich öffnen zu dürfen.“ Nein, das sind nicht etwa die Worte eines Klienten auf der Couch seines Therapeuten. Diese Worte spricht eine Tür. Sie ist eine „Protagonistin“ im Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“. Der Roman des Autors Douglas Adams gilt als futuristisch, als Science Fiction. Doch wie viel Realität steckt in dieser Geschichte? Ist das wirklich Zukunftsmusik, oder sind wir den sprechenden Türen schon näher, als wir denken? Dem geht die Trans-Media-Akademie Hellerau e. V. in den Winterferien während eines Schülerworkshops nach.

Frances Heinrich

Tastatur und Maus gehören mittlerweile ganz selbstverständlich zum Alltag. Zukunftsvisionäre werden meinen, beides gehöre schon bald dem Technikschrott an. Der Monitor der Zukunft steht nicht mehr auf Schreibtischen, sondern ist Element der Zimmerwand. Zur Steuerung des Computers muss man künftig keinen Finger mehr krumm machen, sondern steuert ihn akustisch und optisch.

Räume, die mitdenken

Eine solche Zeitreise in die Zukunft können Schüler im Februar in der Trans-Media-Akademie Hellerau unternehmen. Hier hat man einen Schülerworkshop in intelligenten Räumen entwickelt. Das Trans-Media-Labor im Gebäudeensemble der Historischen Werkstätten Hellerau ist mit einem Hochleistungsbeamer, Kameras, Mikrofonen und diversen Gesten- und Spracherkennungssystemen ausgestattet, die es Nutzern ermöglichen, mit der Bühne und dem Raum zu interagieren. Sie lernen interaktive Räume mit Klängen und Bildern zu gestalten und sich darin so zu bewegen, dass sie beides mit dem eigenen Körper steuern.

„Künftig werden Computer immer stärker auch in Alltagsaufgaben einbezogen“, sagt Dr. Klaus Nicolai, der die Workshops entwickelt hat. „Der Umgang damit erschließt Schülerinnen und Schülern völlig neue Potenziale, die heute beispielsweise in interaktiven Spielen Anwendung finden. Sie lernen ‚Star Trek‘-Technik in Räumen zu entwickeln oder einfach zu nutzen, die zuhören und zuschauen und die sich verändern, wenn wir uns darin bewegen.“ Ziel des Projektes ist keine Sternenreise, sondern, den Schülern die innovativen Möglichkeiten von Computern zu vermitteln, die sie von einer Kiste zum Schreiben, E-Mailen und Surfen zu einem mehrdimensionalen integralen Bestandteil des Lebens machen. Dieses mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierte Projekt lehrt Schülerinnen und Schüler den Umgang in den interaktiven Kommandozentralen ihrer Zukunft.

In den Winterferien beginnen die Workshops: vom 13. bis 18. sowie vom 20. bis 25. Februar. Im Sommer und Herbst werden weitere Kurse angeboten.

Sächsisches Pilotprojekt

Die Schülerworkshops im Rahmen der Ferienakademie Lernen und Gestalten mit interaktiven Bild-Klang-Umgebungen (virtuelle Environments) werden nunmehr zum sechsten Mal vom Kultusministerium und der Europäischen Union gefördert und vom Trans-Media-Akademie Hellerau e. V. durchgeführt. Das sächsische Pilotprojekt integriert fächerübergreifend unterschiedlichste Begabungen in den Bereichen Informatik, Musik, Bildende Kunst sowie Bühne/ Theater/Tanz und fördert die kooperative Teamarbeit. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen entwickeln eigene Performances mit Unterstützung von vier erfahrenen Fachdozenten und jungen Künstlern.

Die Trans-Media-Akademie Hellerau e. V. bietet darüber hinaus Lehrern, Eltern sowie Schülern die Chance, im Rahmen des Unterrichts, von Lehrer- und Elternabenden oder auch in der schulischen Freizeitarbeit einen interaktiven Klang-Raum selbst zu erfahren. Dr. Klaus Nicolai reist dafür mit einer circa 20-minütigen Präsentation direkt ins Klassen- oder Lehrerzimmer. Sie kann im Rahmen von Lehrerveranstaltungen oder im Umfeld der Fächer Informatik, Deutsch, Kunst und Musik vor mehreren Klassen gleichzeitig bzw. in einzelnen Klassen vorgestellt werden.

Anmeldung für die Schülerworkshops und Ansprechpartnerin für die Präsentationen: Viola Zetzsche, Telefon: 0351/5637740 oder 0172/7979961, www.t-m.a.de