
Jung, kreativ und zuversichtlich: der neue Comödien-Intendant Christian Kühn. Foto: Amac Garbe/ www.einsatzzentrale.de
Er war Weihnachtsgans, Fliegenpilz und Urzeitschnecke. Er spielte den Alfred Klapproth in „Pension Schöller“ und den Sven in „Machos auf Eis“. Jetzt wird Christian Kühn Intendant. Das ist eine ganz besondere Rolle – mit mehr Ernst als Spiel vermutlich, eine Rolle, die er nicht einfach nach der Vorstellung ablegen kann.
Thessa Wolf
Für die Comödie Dresden ist der Intendant, der mit der nächsten Spielzeit zum Einsatz kommt, ein Glücksfall. Die bestmögliche Entscheidung – und das, obwohl Christian Kühn noch keine 30 Jahre alt ist. Theatererfahrung jedoch besitzt er reichlich. Olaf Maatz, einer der beiden Comödien-Geschäftsführer, lobt ihn zudem als „ungemein talentiert, vielseitig und professionell“. Er sei seit 2006 in fast 20 Stücken auf der Comödien-Bühne zu sehen gewesen, habe Regie geführt und drei eigene Stücke zur Uraufführung gebracht, darunter die Erfolgsnummer „Machos auf Eis“. Auf die Frage, wie viel Zeit ihm als Intendant noch für solche Sachen bleiben wird, verweist der gebürtige Chemnitzer auf die Hoffnung, dass schon alles unter einen Hut zu bringen sei. Und als der künftige Intendant erklärt er: „Ich freu mich, an ein Haus zu kommen, bei dem ich bereits angekommen bin.“ Er kenne sowohl die Nöte der Schauspieler als auch die des Theaters. „Und in den vergangenen Jahren habe ich ein gutes Gefühl dafür bekommen, was das Publikum mag.“ Er sagt das lächelnd und leise – Christian Kühn ist einer, der erst anspringt, wenn er auf der Bühne steht. Kaum vorstellbar, dass er auch hinter der Bühne laut werden kann. Aber vielleicht muss er das als Intendant auch gar nicht. Was er in jedem Fall muss: die Comödie wieder in ruhigere Fahrwasser bringen.
Wenn er im Sommer seine Rolle als Intendant antritt, will er auch jüngeres Publikum ins Haus holen, die eigene Generation sozusagen. „Komödie – das reicht von Shakespeare bis Comedy. Man kann ein ganz tolles, vielschichtiges Programm machen, eine Mischung aus Klassikern und modernen Sachen“, sagt er, und es klingt schon ein wenig Vorfreude mit.












