Hellerau als Gastgeber der Tanzplattform Deutschland 2012

Einer bösen Figur legt man im Schauspiel böse Worte in den Mund, vertont sie in der Musik mit düsteren Kompositionen. Doch wie tanzt man  einen bösen Charakter? Dieser Frage geht Christoph Winkler in seiner „Choreogra e einer Radikalisierung“ nach, die anhand einer Untersuchung des RAF-Terroristen Andreas Baader entstanden ist. Dieser Tanz ist einer von insgesamt 14 Beiträgen der Tanzplattform Deutschland. Foto: Heiko Marquardt

Einer bösen Figur legt man im Schauspiel böse Worte in den Mund, vertont sie in der Musik mit düsteren Kompositionen. Doch wie tanzt man einen bösen Charakter? Dieser Frage geht Christoph Winkler in seiner „Choreogra e einer Radikalisierung“ nach, die anhand einer Untersuchung des RAF-Terroristen Andreas Baader entstanden ist. Dieser Tanz ist einer von insgesamt 14 Beiträgen der Tanzplattform Deutschland. Foto: Heiko Marquardt

„Beim Tanzen gibt es keine Fehler, nur Variationen.“ „Tanzen ist  wie Singen mit dem Körper.“ „Tanzen ist die Poesie des Fußes.“  Diese Gedankensplitter erfassen nur vage, was Tanzen ist. Mit  Worten kann man den grazilen Ausdruck kaum beschreiben  oder gar interpretieren. Das Auge bildet sich im Ratschluss mit  der eigenen Fantasie ohnehin eine eigene Meinung. Vom 23. bis  26. Februar hat dieses Duo in Dresden im Rahmen der Tanzplattform 2012 wieder viel zu beratschlagen.

Frances Heinrich

Er ist das, was kein Wort und keine Note so richtig zu kommunizieren vermag, er schaut in seiner ganz eigenen Ästhetik auf die Welt: der Tanz. Hellerau ist in diesem Jahr Ausrichter der Tanzplattform Deutschland und wird mit 30 Veranstaltungen und insgesamt 14 Choreografien die internationale Tanzgemeinschaft an einen historischen wie symbolischen Ort führen. Schon vor 100 Jahren wirkte hier der Rhythmik-Entwickler Émile Jaques Dalcroze, ihm folgten Adolphe Appia mit der offenen Theaterbühne, Alexander von Salzmann mit einer Revolution des Lichtes und Heinrich Tessenow mit einer in sich ruhenden Architekturbalance. Hellerau also ist eine ideale Kulisse für eine so sensible Kunstsparte wie den Tanz.

Die Tanzplattform 2012 empfängt ihre Gäste in diesem Jahr nicht nur mit einer Grenzüberschreitung, sondern ist auch von der Organisation her anders. Erstmals richtete nicht die Jury über das komplette Programm, ebenso beteiligt waren die Mitveranstalter, die einige der wichtigsten renommierten Kompanien ausgewählt haben: unter anderem die Forsythe Company Constanza Macras/Dorky Park, Meg Stuart/Damaged Goods und Sasha Waltz & Guests.

Die von der Jury auserkorenen zehn Choreografien entführen in unterschiedlichste Stile und Formen des zeitgenössischen deutschen Tanzes. Obwohl es eine der wohl klassischsten und bekanntesten Spielarten des Tanzens ist, gehörte das Ballett bisher nicht zum Programm. Hier wagt sich die Plattform 2012 an eine Neuerung und präsentiert eine Premiere des  Semperoper Balletts.

www.tanzplattform2012.de