BILDUNG & KOMPETENZ

18.05.2013

Schubkraft für Qualifikation und Loyalität

(Abbildung: Julien Christ / pixelio.de)
Julien Christ/pixelio.de

Arbeitnehmer in Deutschland sind stark an Weiterbildung interessiert. Deutlich mehr als die Hälfte der Mitarbeiter will entweder konkret ihre Kenntnisse und Fähigkeiten weiterentwickeln, um sich neue Arbeitsbereiche zu erschließen, oder sie zieht es immerhin in Erwägung. Dabei hoffen die Mitarbeiter auf ein stärkeres Entgegenkommen der Arbeitgeber. Das zeigt eine aktuelle Befragung im Rahmen des Kelly Global Workforce Index (KGWI) rund um das Thema Weiterbildung und Mitarbeiterförderung.

Wozu weiterbilden? Für Deutschlands Arbeitnehmer ist die Antwort klar: 22 Prozent suchen gezielt nach Möglichkeiten für Trainings oder andere Weiterbildungsmaßnahmen. Weitere 35 Prozent denken über eine Optimierung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten nach. Ziel beider Gruppen ist es, sich für neue Arbeitsbereiche und Aufgaben zu qualifizieren.
Als konkrete Weiterbildungsform sind in Deutschland vor allem Seminare populär: Insgesamt 63 Prozent bevorzugen die Teilnahme an einem Seminarangebot. Lernen durch Erfahrung spielt für deutsche Arbeitnehmer offensichtlich keine so große Rolle wie für ihre Kollegen in anderen Ländern Europas. So sind hierzulande 58 Prozent der Ansicht, dass Berufserfahrung elementar ist, um Kompetenzen zu entwickeln, international finden das immerhin 70 Prozent.
Viele weiterbildungswillige Arbeitnehmer streben neue berufliche Aufgaben in ihrem Betrieb an, sehen ihre Zukunft also bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber. Aus Sicht der Mitarbeiter könnte der Chef jedoch noch mehr tun als zurzeit: Gefragt, ob die bestehenden Angebote geeignet seien, den eigenen beruflichen Werdegang im Unternehmen zu beschleunigen, stimmten in Deutschland 23 Prozent zu. 26 Prozent hatten keine Meinung und 36 Prozent waren sogar völlig anderer Ansicht. Das steht in klarem Gegensatz zum internationalen Ergebnis: Sowohl weltweit wie auch in Europa waren über 50 Prozent zufrieden mit den bestehenden Weiterbildungsangeboten, unzufrieden zeigten sich nur jeweils 14 Prozent.
„Die Ergebnisse machen deutlich, dass Weiterbildung ein gut geeignetes Mittel ist, nicht nur die Qualifikation - und damit letzten Endes auch die Profitabilität - der Mitarbeiter zu steigern, sondern auch, um sie an das Unternehmen zu binden und die Loyalität zu stärken. Denn die Mitarbeiter möchten ihre neuen Fähigkeiten vor allem in 'ihrem' Unternehmen nutzen. Und das eben nicht nur, um mehr Geld zu verdienen, sondern auch, um neue Aufgaben übernehmen zu können“, erklärt Ralf Mathiesen, Geschäftsführer von Kelly Services.
Abseits fachlicher Qualifikation und Weiterbildung benötigen Mitarbeiter ihrer eigenen Einschätzung nach auch Sozialkompetenz für eine erfolgreiche Karriere im Unternehmen. Am wichtigsten sind ihnen dabei das Teamwork und die Kooperationsfähigkeit (79 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (73 Prozent), Detailgenauigkeit (72 Prozent) sowie das Vermögen, aktiv zuzuhören (70 Prozent). Nicht zuletzt sehen 87 Prozent gute Englischkenntnisse als Voraussetzung für den Erfolg an. Arbeitgeber, die Wert auf eine umfassende Weiterbildung ihrer Mitarbeiter legen, sollten folglich insbesondere die Schulung von Team- und Kommunikationsfähigkeit in Wort und Schrift in ihre Angebote miteinbeziehen.

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