BÜHNE & MUSIK

31.03.2013

Sound of Dresden - Auf dem Bild: „The Naked Hands“ (Foto: PR)
(Foto: PR)

Geliebte Nackte Hände

Vier Hände, ein Schlagzeug, eine E-Gitarre. Mehr braucht man nicht, um Rock’n’Roll zu machen. Mehr braucht man auch nicht, um die Jury und das Publikum des Dresdner Musikwettbewerbs „Sound of Dresden“ gleichermaßen zu begeistern. Ein seltener Triumph.

Von Frances Heinrich

Neben dem Musizieren können die Naked Hands noch etwas richtig gut: mit ihren Zuhörern flirten. In Kombination mit den eingängigen Beats ihrer Songs entschied das Duo den Musikwettbewerb „Sound of Dresden“ 2013 klar für sich.
Seit 2004 gibt es in der sächsischen Landeshauptstadt den Bandcontest „Sound of Dresden“, der es mittlerweile zu einem bedeutsamen Ruf geschafft hat. Auf dem zugehörigen Sampler waren bereits Bands wie Polarkreis 18 und [pi!] zu hören.
Mit Songs von ihrer ersten Platte spielten sich Wilhelm und Falk von den Naked Hands in die Tanzbeine des Auditoriums sowie der Jury und brachten die bis auf den letzten Platz ausverkaufte Groovestation zum Kochen. Am Ende trugen die Hands die begehrte Trophäe mit dem Schriftzug „Gewinner Sound of Dresden 2013“ nach Hause. Zur Siegerprämie gehört auch ein Musikvideo, das die Naked Hands nun mit dem Dresdner Motion und Kommunikationsdesign Studio, kurz MOKOST, produzieren werden.

Seit 2011 musizieren die Philosophiestudenten Falk und Wilhelm gemeinsam. Weniger ist mehr, lautet das Motto der jungen Dresdner Band. Nur mit Schlagzeug und E-Gitarre spielt das Duo handgemachten Garagenrock, der durch die minimale Besetzung seinen ganz eigenen Charme bekommt, denn: Weniger Mittel zur Verfügung zu haben, bedeutet, mehr daraus machen zu müssen und zu können.
Die erste Veröffentlichung der Naked Hands hört auf den Namen „blue EP“. Das Erstlingswerk des Duos ist eine energische Visitenkarte zweier Musiker, die sich auf den ursprünglichen Klang ihrer Instrumente besinnen, eine Brücke zwischen Retro und Moderne schlagen und großen Wert auf das haptische Erleben von Musik legen, wie sich im Design der „blue EP“ zeigt.
Der Stil der Naked Hands mischt die Energie von Led Zeppelin, die Verrücktheit von The Who und die Spontaneität von The Jimi Hendrix Experience mit einer Prise Pixies, Beatles und Bach – für eine puristische Instrumentenkombination arrangiert und mit Texten, die keine Geschichten, sondern Atmosphären erzählen, gewürzt.
Für alle, die sich den Extended Player ins heimische Plattenregal stellen möchten, haben sich Falk und Wilhelm etwas ganz Besonderes ausgedacht: Statt Slim- oder Jewelcase aus Plastik gibt es die „blue EP“ in schickem Retrodesign. Jede CD wurde von den Musikern höchstpersönlich in die selbstgemachte Hülle gesteckt, versiegelt und mit einer fortlaufenden Nummer versehen. In der Super Special Edition packen sie noch ein von Wilhelm gemaltes Bild, jedes ein Unikat, sowie eine Kassette obendrauf. Mit Letzterer hofieren sie eine nostalgische Ära des Musikhörens, fern von Download und oft nebensächlichem Melodiekonsum.
Ein Album wird es so schnell nicht geben, wenngleich Falk und Wilhelm genug Material parat haben. Das EP-Format ermöglicht Veröffentlichungen in kürzeren Abständen und verhindert Schubladendenken. Auf diese Weise können sie ihr Publikum an ihrer Entwicklung besser teilhaben lassen.

Ein paar Lieder lang blau machen:
https://soundcloud.com/the-naked-hands/sets/blue-ep

Die Hände mit Fotos, Texten und weiteren blauen Impressionen im Netz:
www.thenakedhands.com

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