BÜHNE & MUSIK

08.02.2013

Was bringt das Jahr? Herkuleskeule: Premieren und Ausbau

(Foto: Müller & Bünker)
(Foto: Müller & Bünker)

Neben „Alarmstufe Blond“, einer kabarettistischen Sicht auf die Welt der Blondine, und „Wir danken“, einer Dankesrede für den Kapitalismus, gilt es im Jahr 2013 vor allem den Förderverein wieder anzukurbeln.

Von Anna-Lena Roderfeld
Mit einigen persönlichen Worten empfing der künstlerische Leiter Wolfgang Schaller zum Jahresausblick 2013. Dabei thematisierte er einen aktuellen Trend: während Kabarett und Ensemble insbesondere zu DDR-Zeiten als Auffangbecken, als Schutz vor ideologischen Angriffen galten, stellt sich für junge Akteure heute vor allem die Frage, inwiefern Kabarett mit dem Lebenskonzept vereinbar ist. Die künstlerische Freiheit als Solist steht der persönlichen Eingrenzung und Rücksichtsnahme bei Engagements in einem Ensemble gegenüber. Aus diesem Grund sei es schwer, junge Kabarettisten zu finden. Das Ensemble der Herkuleskeule wird von Zuschauern trotz dieses Trends als eines der besten des Landes betitelt. Das kommt nicht von ungefähr: im vergangenen Jahr beispielsweise verzichteten alle Mitarbeiter auf ihren Urlaub, damit parallel zu den Hausveranstaltungen auch die Freilichtbühnen bespielt werden konnten.

Neu im Repertoire
Auch dieses Jahr ist wieder viel zu spielen: neben den bereits bekannten Stücken, werden erstmals die Programme „Alarmstufe Blond“ und „Wir Danken“ auf die Bühne gebracht. Im Soloprogramm „Alarmstufe Blond“ wartet Birgit Schaller mit den Sichtpunkten verschiedener Blondinen auf. Nicht nur verstorbene Größen wie Marlene Dietrich und Marilyn Monroe, auch aktuelle Blondinen wie Daniela Katzenberger werden hier ihren großen Auftritt haben. Neben dem parodistischen „blonden Faden“ durch Gesellschaft und Politik kommt auch die Musik nicht zu kurz. 14 Lieder verleihen dem Programm die persönliche musikalische Note.
Im Kontrast hierzu geht es in „Wir Danken“ um den Kapitalismus. Unter dem Motto „Unser Weg ist richtig“ wird da ab Ende Oktober eine Gala und Dankesrede für den Kapitalismus auf die Beine gestellt. Philipp Schaller, Erik Lehmann und Michael Feindler präsentieren im Rahmen ihrer Late-Night-Show „Spätzünder“ Dankesreden, Kulturbeiträge, Grußworte – alles zur Feier des Kapitalismus.

Aufbau des Fördervereins
Neben Proben und Aufführungen soll in diesem Jahr der 1995 gegründete Förderverein der Herkuleskeule wieder angekurbelt und zur Unterstützung von verschiedenen Seiten animiert werden.Eingangs stellt sich zuerst die Frage, welche der bisherigen Förderer weiter zur Hilfe bereit sind. Neben der Klärung solcher Fragen sollen dann vor allem auch junge Leute für das Kabarett und dessen Unterstützung begeistert werden. Eine Mitgliedschaft im Förderverein bietet insbesondere die Möglichkeit zum Engagement am Kabarett. Eigene Ideen können eingebracht und ausgeschmückt werden: ob nun Schüler-Projekte oder Kabarettpreise – den Träumen sind keine Grenzen gesetzt.

Und sonst so?
Bekannte Programme wie „Heileits – Lachen wenn’s zum Heulen ist“, „Gallensteins Lager“ oder „Leise flehen meine Glieder“ werden selbstverständlich auch weiterhin zu sehen sein. Daneben rutschen aber immer wieder kleine Sonderveranstaltungen mit ins Programm: am 7. April und 12. Mai präsentieren sich die Altkabarettisten der Gründungsgeneration, Manfred Schubert und Gisela Grube, ausführlich in der Herkuleskeule. Am 26. Mai findet in Kooperation mit dem Landesverband der Gehörlosen das Stück „Einer flog über’s Kuckucksnest“ statt. Dazu reist das Gehörlosen Theater Nürnberg an. Auch für Hörende ist ein Besuch durchaus möglich: zwischendurch gibt es immer wieder Tonzusammenfassungen. Allerdings hat dieses Stück nichts mit Kabarett zu tun. Wer sich aber in die Welt des Kabarett stürzen möchte, der kann neben den regulären Veranstaltungen das Sommerspezial der „Spätzünder“ besuchen, welches vom 30. Juli bis zum 4. August stattfindet. In der Herkuleskeule wird es also auch 2013 nicht langweilig!

Weitere Informationen unter www.herkuleskeule.de

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