BÜHNE & MUSIK

02.12.2015

Wunderwirkung: Warum uns Musik emotional so tief bewegt

Foto: Katharina Gärtner
Foto: Katharina Gärtner

Wahrscheinlich kennt nahezu jeder das Gefühl, dass Musik tief unter die Haut gehen kann. Von euphorischen Glücksgefühlen über Gänsehautstimmung bis hin zu Tränen – Musik löst viele verschiedene Emotionen aus. Doch worauf basiert die Macht der Musik?

Musik hilft, zwischenmenschliche Beziehungen zu manifestieren

Wissenschaftler sind sich einig, dass Musik eine der wichtigsten Möglichkeiten ist, um Beziehungen zwischen Menschen herzustellen. Seit jeher ist Musik untrennbar mit der Entwicklungsgeschichte der Menschen verbunden. Diese Nähe wirkt sich auch auf die Gefühlswelt aus. Vermutlich hat sich die einst für die einfache Wärmeregulierung entstandene Gänsehaut in einem Zeitalter wie diesem auf akustische Reize übertragen. Nähe und Verbundenheit spielen hierbei eine wichtige Rolle. Aus dem Grund erzeugt zumeist die Musik Gänsehautstimmung, die Betroffene besonders lieben. Fakt ist, dass jeder Mensch Musik anders hört und verschieden auf Reize reagiert. Zeigt der eine bei Flöten- oder Geigenmusik tiefe Reaktionen, ist der andere beim Klang eines Klaviers tief gerührt.

Glücksmomente bei Live-Konzerten

Eine besonders intensive Wirkung erzielt Musik bei vielen Menschen im Rahmen eines Live-Konzerts. Es muss nicht unbedingt die charmante Begleiterin aus Dresden oder einer anderen großen Stadt dabei sein, um Musik zu spüren und Glücksmomente zu erleben. Heute ist Musik so vertraut und alltäglich, dass deren Klänge aus dem Leben der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken sind. Jeder weiß, dass schreiende Babys häufig nur durch ein Schlaflied beruhigt werden können. Es ist auch bekannt, dass Kaufhäuser spezielle Musiken verwenden, um Besucher zum Kaufen anzuregen. Liebesszenen in Filmen wären ohne gefühlvolle Melodien nur halb so schön. Wer kennt es nicht, unbeschwert zu den Lieblingssongs im Radio zu tanzen?

Auch in der Therapie wird Musik eingesetzt

Musik ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, den Menschen der Analyseleistung des Gehirns zu verdanken haben. Töne werden im Kopf geordnet und ergeben ein kleines Gesamtkunstwerk, an das wir uns schon im Mutterbauch gewöhnen. Den meisten Menschen attestieren Wissenschaftler sogar einen Musikinstinkt, der uns von Beginn an erkennen lässt, harmonische von schiefen Tönen zu unterscheiden. Darauf basierend, spielt Musik auch in der Gesundheitstherapie eine wichtige Rolle. Das gemeinsame Klavierspiel mit einem Therapeuten soll Betroffenen nach einem Schlaganfall helfen, die Koordination zu verbessern. Außerdem heißt es, dass Tinnitus-Patienten mithilfe einer Musiktherapie das lästige Pfeifen im Ohr wieder loswerden. Diese Methoden sind nur einige von vielen Möglichkeiten, die die Wunderwirkung der Musik unterstreichen.

 

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