ESSEN & TRINKEN (PR)

16.10.2013

Revolution durch Genuss: Im Kino und auf dem Teller

„Es ist absurd, dass eine Unterhose von Armani mehr kostet als eine Mahlzeit!“, ereifert sich Carlo Petrini. „Wenn ich Schinken esse, wird er schnell ein Teil von Carlo Petrini. Eine Unterhose bleibt immer außerhalb von Carlo Petrini!“ Verhaltenes Gelächter begleitet den Vortrag des Mannes, der dessen außergewöhnlich sanfte Revolution mittlerweile weltweit Anhänger gefunden hat. Die Rede ist von der „Slow Food“-Bewegung, die eine neue Einstellung zum Essen fördern soll. Eine Dokumentation hat sich nun dem Leben des Begründers angenommen.

In der „Slow Food Story“ leuchtet der Regisseur Stefano Sardo die außergewöhnliche Geschichte der Bewegung rund um das bewusste Essen aus. Was mit kleinen Genießer-Runden in dem italienischen Dorf Bra begann, ist mittlerweile zu einer weltweiten Initiative mit weit über 150 000 Mitgliedern angewachsen. Die „Slow Food“-Bewegung, die im Grund aus Carlo Petrinis Entsetzen über das Fast Food begann, hat mittlerweile zahlreiche Anhänger gefunden, auch in Deutschland.

Essen für eine bessere Welt

„Slow Food“ ist ein ganz besonderes Konzept des Essens. Es richtet sich gegen industriell gefertigte, normierte Speisen und gegen ein schnelles und achtloses Essen. Die Idee hinter der Bewegung ist, dass die Menschen ihr Essen wieder schätzen. Sie sollen wissen, wo es herkommt und wie es angebaut wird. Sie sollen sich dessen bewusst sein, was sie auf dem Teller haben und was ein Teil von ihnen wird. Damit ist Slow Food eine ganz außergewöhnliche Bewegung, wie sie nur im genießerfreundlichen Mittelmeerraum entstehen konnte. Denn es geht im Grunde um den Genuss am Essen.

Regionale und verantwortungsvolle Produktion und Zubereitung

In den 25 Jahren, in denen die Slow-Food-Bewegung stetig wuchs, wurde auch ihr Konzept immer weiter ausgebaut. Ging es am Anfang noch vornehmlich darum, die Menschen vom Fast Food fernzuhalten, ist es den Mitgliedern mittlerweile wichtig, die Speisen aus ihrer Region zu essen und ihrer Heimat so eine „kulinarische Identität“ zu verleihen. Dabei soll sowohl die Produktion als auch die Zubereitung der Lebensmittel verantwortungsvoll und bewusst erfolgen.

Die Bewegung tritt nicht nur für diese Ziele ein, sondern sie tut auch aktiv etwas dafür, dass sich Gleichgesinnte treffen. Im sogenannten Convivium treffen sich die Mitglieder regelmäßig, um gemeinsam genussvoll zu essen. Auch in Dresden gibt es eine Regionalgruppe. Außerdem besteht die Bewegung auch aus „Slow Food Youth“, einer Gruppierung speziell für junge Menschen, die mit Aktionen rund um das Essen zu bewusstem Umgang anregen will. Hier ist die Regionalgruppe in Dresden besonders aktiv und veranstaltet neben den regelmäßigen Treffen ein großes Kürbisessen.

Slow Food möchte nicht nur die Esser, sondern auch die Hersteller miteinander verbinden. Das geschieht im Terra Madre-Netzwerk, einem Zusammenschluss von rund 2000 kleinen Firmen, die sich alle den Slow-Food-Prinzipien verschreiben. In der Dokumentation sind besonders die Passagen mit dem Netzwerk eindrucksvoll, in dem die Förderung der verantwortungsvollen Landwirtschaft in allen Teilen der Welt erklärt wird. Immer wieder betont Carlo Petrini dabei, dass die Konsumenten die Macht haben, den Planeten zu ändern, indem sie besser und bewusster essen.

Slow Food“-Restaurants in Dresden

Zahlreiche Restaurants haben sich in Deutschland mittlerweile den Slow-Food-Prinzipien verschrieben und fördern die Bewegung. Viele dieser Restaurants achten besonders darauf, dass die Zutaten, die sie verwenden, aus der Region kommen. In Dresden sind die folgenden Restaurants Mitglieder im Slow-Food-Verband:

Das Restaurant Alte Meister, das in einem Seitenflügel der Sempergalerie beherbergt ist und dort exquisite Speisen und eine bewusste, leichte Küche anbietet.

Schmidt’s Restaurant & König Albert Catering, ein Restaurant mit mediterraner Atmosphäre und einer Speisekarte, die sich stark nach den Jahreszeiten richtet.

Die Pizzeria Fellini, die in Dresden als bester Italiener gehandelt wird und immer dementsprechend gut besucht ist.

Das Restaurant Kanzlei, ein charmanter Ort mit einer sehr großen Weinauswahl und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das Landhaus Lockwitzgrund, eine liebevoll restaurierte ehemalige Makkaronifabrik, in der es sehr schmackhafte Suppen und andere Speisen aus immer frischen Zutaten gibt.

Die Restaurants setzen sich dafür ein, dass Produkte aus dem sächsischen Land bei ihnen frisch verarbeitet werden. Neben der Kooperation mit den regionalen Herstellern achten sie auch bei den anderen Speisen darauf, dass sie nach den Slow-Food-Prinzipien hergestellt werden. Die Adressen der Restaurants und ausführliche Beschreibungen und Bewertungen ihrer Speisen finden sich auf pointoo.de.

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