FAMILIE & FREIZEIT

10.02.2014

Krank sein - gibts nicht!

Hausmittel helfen bei kleinen Wehwehchen (Foto: Sigrid Rossmann/pixelio)
Sigrid Rossmann/pixelio

„Wozu die ganzen Medikamente?“, fragt Vater Carlos seine Frau immer wieder. Seine Tochter Charlotte ist doch eigentlich nie krank. Vielleicht ist da ja ein Zusammenhang.

von Juan Carlos Oliver-Vollmer

Es ist Winter. Von Ende Oktober bis Ende März - manchmal bis kurz vor Juni (siehe 2013) - darf hier in Dresden jeder frieren. Weil ich zu den Typen gehöre, die gern als Rückversicherung noch eine Schicht Kleidung zurückhalten, möchte ich das auch meiner Tochter beibringen.

Wer als Mann improvisiert, verliert

Bei 8 Grad ist der Tiefpunkt der Temperatur noch lange nicht erreicht, daher fand ich neulich die Zwiebelschichtstruktur von Charlotte übertrieben: Windel, Body, Oberteil, Strumpfhose, Jeanskleid, Schneehose, Schal, Winterstiefel, Schneejacke und Mütze. Für einen Spaziergang von knapp 15 Minuten verzichtete ich daher auf die Schneehose. Außerdem freute ich mich, dass sich Lotte mal wieder richtig bewegen konnte. Im Schneeanzug erinnert sie mich immer an einen ungelenken Marshmallow-Mann. Im Normalfall würde ich ja sagen, dass ich das jederzeit wieder so machen würde. Da meine Tochter aber drei Tage später eine Schnupfennase hatte und der Verdacht meiner Frau sofort auf meine Wind-und-Wetter-Aktion fiel, rate ich jedem Mann davon ab. Väter, hört auf eure Frauen!

Dabei ist Charlotte so gut wie nie krank. Abgesehen von einer Schnupfnase kam sie bisher gesund durch den Winter. Da Lotte unser erstes Kind ist, reagieren meine Frau und ich wahrscheinlich etwas übertrieben auf jedes Niesen. „Oh Gott, das Kind wird krank!“, schießt einem schon vor Ausbruch der Krankheit durch den Kopf.

Mit einer Erkältung kann ich ganz gut leben, weil sich Lottes Verhalten eigentlich nicht ändert und ihr halt nur ständig Rotz aus der Nase läuft, was in ihrem Alter ja durchaus niedlich aussehen kann. Aber: Ich erinnere mich auch an andere Krankheiten wie Bindehautentzündung oder Magen-Darm, als sie völlig ausgelaugt und müde nur noch ein leises „Maaama“ von sich geben konnte und nicht wie ein Wirbelwind durch unsere Wohnung rennen wollte. Wie gesagt, wir sind da sehr verwöhnt.

Rückblickend betrachtet dauern ihre Krankheiten eigentlich nur ein paar Stunden. Beneidenswert wie sie nach sechs Stunden Krankheit schon wieder topfit ist, während ich von ihrer Krankheit mit zwei Tagen Zeitverzögerung gern mal über eine Woche Schachmatt gesetzt werde. Vielleicht ist es auch ein wenig egoistisch zu denken „Oh Gott, Lotte wird krank!“, weil ich dabei schon vorausblickend an meinen Beinah-Exodus denke.

Sammler sind vorbereitet

Ich bin in solchen Fällen meiner Frau, ihrem Obst-und-Gemüse-Wahnsinn und ihrem völlig übertriebenen Medizinschrank dankbar. Säckeweise Äpfel und Mandarinen türmen sich zur Zeit in unserer Küche und die kleine Medikamenten-Schachtel reicht schon lange nicht mehr für Hustensaft, Globulis, Nasentropfen und Co. - inzwischen belegen unzählige Mittel ein volles Regal. Ganz ehrlich - ich glaub, das sind alles die gleichen Medikamente und fünf Fläschchen würden eigentlich ausreichen. Aber wie schon erwähnt: Männer, hört auf eure Frauen! Ich mach das und es scheint zu wirken. Charlotte wird nur selten krank. Und was ist schöner als einen wilden Wirbelwind draußen gesund durch den Park zischen zu sehen.

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