FAMILIE & FREIZEIT

21.03.2014

Nochmal zur Eingewöhnung

Kita find ich toll (Foto: Helene Souza / pixelio.de)
Helene Souza / pixelio.de

Die 2-jährige Charlotte geht eigentlich schon in eine Kita. Das heißt aber nicht, dass ein Wechsel zu einer neuen Einrichtung für Vater Carlos einfacher wird. Teil 1 über Eingewöhnung einer Tochter und Aufregung eines Papas.

Von Juan Carlos Oliver-Vollmer

Ich konnte vor Aufregung die letzten Nächte nicht schlafen. Der Grund: Meine Tochter wechselt die Kita.
Als wir - also meine Frau und ich - im Dezember die Entscheidung trafen, war ich noch völlig entspannt. „Na klar, mach ich die Eingewöhnung!“ Meine Frau übernahm etwas über ein Jahr zuvor die erste Eingewöhnung, also wollte ich jetzt mal richtig Papa sein und diesen Job übernehmen.

Zwei bis sechs Wochen Zeit nehmen

Wer sich jetzt fragt, wieso wir wechseln - die Entfernung ist schlichtweg zu groß. Täglich nach Radebeul fahren, um dann genau die doppelte Strecke in die andere Richtung in die Arbeit zu fahren, tat nicht nur meiner grünen Seele, sondern auch unserem Geldbeutel weh. Eine Ersparnis von 10.000 Kilometern Fahrtzeit im Jahr hört sich für mich auf jeden Fall richtig super an.
Zur neuen Kita könnte ich wahrscheinlich einen komplett eigenen Blog verfassen, also will ich dazu erstmal noch nicht so viel erzählen und mich auf die Eingewöhnung selbst konzentrieren. Als im Januar dann in einem Nebensatz meiner Frau die Info fiel, dass die Eingewöhnung laut Kita-Leitung zwei bis sechs Wochen dauern könnte, musste ich erstmal schlucken. Wie sollte ich das meinem Chef verklickern und wie sollte ich mal eben sechs Wochen Urlaub nehmen? Hatte ich überhaupt so viele Urlaubstage? Der Gedanke kam einer Kündigung gleich.
Die Erzieherinnen der alten und neuen Kita beruhigten mich aber ein wenig. Lotte sei ja schon dran gewöhnt und überhaupt mache sie ja gut mit. Ich solle mal mit höchstens zwei Wochen rechnen. Gesagt, getan und Urlaub eingereicht.
Als dann etwa sechs Wochen vor Beginn der Eingewöhnung mein Chef mich über ein Mega-Projekt informierte, das wir genau in den geplanten zwei Kita-Eingewöhnungswochen abgeben mussten, dachte ich erstmal „Schöne Scheiße!“. Trotzdem blieb ich standhaft und wollte nicht zu den Daddys gehören, die jeden Meilenstein ihres Kindes wegen der Arbeit verpassen. Ich wollte mir beweisen, dass ich ein verdammt guter Vater bin. Also rackerte ich die nächsten vier Wochen wie blöde.

90 Minuten zum Warmwerden

Und jetzt? Jetzt läuft die Eingewöhnung. Heute saß ich von 9 bis 10.30 Uhr mit meiner Kleinen in unseren neuen Gruppe. Zunächst blieb Lotte auf meinem Schoß und drehte sich immer weg, wenn ein Kind oder eine der beiden Erzieherinnen mit ihr sprechen wollte. Für sie da zu sein, fühlte sich toll an. Und als sie dann nach einer halben Stunde begann, den Raum zu erkunden und schließlich einer Erzieherin beim Buchvorlesen zuhörte - in diesen Momenten dabei zu sein - das war schon irre schön. Als ich das Zimmer dann verließ, akzeptierte Lotte das und sah mir nur einmal kurz nach. Eigentlich lief also bisher alles bestens, aber die Aufregung bleibt. Mittwoch wird sie zum ersten Mal mitessen und ab Donnerstag im großen Ruheraum schlafen. Ich bin gespannt, ob das alles klappt.
Jetzt muss ich aber erstmal arbeiten gehen. So richtig frei genommen hab ich nämlich dann doch nicht, weil ich meinen Chef bei diesem Mega-Projekt auch nicht hängen lassen will.
Wie wir die Eingewöhnung überstanden haben, erzähl ich beim nächsten Mal. Also: Hoffentlich nächste Woche schon.

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