FAMILIE & FREIZEIT

02.05.2017

Prächtige Stadtvillen und Kultur im Dresdner Osten entdecken

Dresden ist die viertgrößte Stadt Deutschlands und zählt insgesamt 64 Stadtteile. In dieser Ausgabe stellen sich zwei östliche Stadtteile Dresdens vor: Striesen und Blasewitz.

Striesen

Der Stadtteil Striesen liegt im Osten Dresdens und gehört zum Ortsamtsbereich Blasewitz. Mit sieben Prozent aller Dresdner Einwohner zählt Striesen zum bevölkerungsreichsten Stadtteil. Die Mischung aus Stadtvillen und Großblockbauten macht Striesen zu einem beliebten Wohnort.

Striesen wurde 1350 erstmals als Stresen urkundlich erwähnt und ist aus einem slawischen Platzdorf hervorgegangen. Um 1900 begann die zunehmende Industrialisierung. Von überregionaler Bedeutung war die Striesener Kameraproduktion sowie die Zigarettenherstellung. Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Striesen duch den Gartenbau einen erheblichen Aufschwung. Einige Betriebe erlangten mit Erfolgen in der Kamelien- und Azaleenzucht Weltruhm. Parallel erhielt der Stadtteil als einer der ersten Vororte einen Straßenbahnanschluss nach Dresden. Dies war eine weitere Basis für die zunehmende Industrialisierung. Entlang der heutigen Schandauer Straße siedelten sich zahlreiche Unternehmen an.

Mietshäuser und Villen in offener Bauweise wurden errichtet und Striesen entwickelte sich zu einem grünen Wohnvorort. 1892 wurde er nach Dresden eingemeindet. Nach 1990 begann eine umfassende Sanierung der vorhandenen Bausubstanzen. Heute gehört Striesen zu den attraktivsten Wohnlagen in Dresden.

Museen und Sehenswürdigkeiten

Zu den drei Top-Sehenswürdigkeiten zählen:

  • Technische Sammlungen der Stadt Dresden
  • Kreuzschule
  • Versöhnungskirche

Die Technischen Sammlungen Dresden befinden sich in einem der bedeutendsten Industriebauten des vergangenen Jahrhunderts. Seit 1993 sind hier mehr als 30.000 wertvolle Objekte sächsischer, deutscher sowie internationaler Industrie- und Technikgeschichte aus den letzten 150 Jahren zu sehen. Das Erlebnisland Mathematik lädt mit zahlreichen mathematischen Rätseln und Aufgaben zum Puzzeln und Knobeln ein. Die Kreuzschule fand bereits 1300 als Lateinschule Erwähnung und ist somit die älteste Schule Dresdens. Seit jeher werden hier die Sänger des Kreuzchores ausgebildet.

Die Versöhnungskirche steht an der Schandauer Straße in Dresden - Striesen. Der Bau ist ein Beispiel für die Dresdner Reformarchitektur.

Blasewitz

Der historische Villenvorort ist seit 1921 Stadtteil von Dresden. Blasewitz liegt östlich der Innenstadt am linkselbischen Teil Dresdens. Markantestes Bauwerk ist die nach Loschwitz führende Brücke „Blaues Wunder“.

Blasewitz wurde als slawischer Rundweiler (Runddorf) am Elbufer gegründet und 1349 erstmals als Blasenwicz erwähnt. Der Name stammt aus dem Altsorbischen und bedeutet Leute des Blazen („der Glückliche“) und verweist auf die Ortsgründer. Blasewitz war einst ein Fischer- und Winzerdorf.

Der Ort entwickelte sich in der Gründerzeit zum Villenvorort Dresdens. Neben dem Waldpark Blasewitz wurden in den angrenzenden Straßen zahlreiche Villenbauten der Architekten Rudolf Schilling und Constantin Lipsius errichtet. 1872 wurde der Stadtteil an die Pferdebahn angeschlossen. Im Juli 1893 wurde die erste elektrische Straßenbahn Sachsens hier eröffnet. Sie führte vom Dresdner Schloßplatz über das Terrassenufer und den Sachsenplatz zum Schillerplatz in Blasewitz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zu den denkmalgeschützten Villen und Wohnhäusern zählen die Villa Marienlust, Villa Ilgen, das Haus Loschwitzer Straße 38, die Villa Marie, Villa Stock sowie das Haus Wägnerstraße 18. Die Heilig-Geist-Kirche ist die zentrale Kirche in Blasewitz. Diese wurde 1893 im neogotischen Stil erbaut. Zentraler Platz in Blasewitz ist der Schillerplatz. In dessen Nähe befindet sich das Einkaufszentrum Schillergalerie. Abgehend vom Schillerplatz befindet sich das bekannte Blaue Wunder. Die Brücke fungiert als Verbindung zwischen der Loschwitzer Straße und dem Stadtzentrum. Erholung finden Besucher im Blasewitzer Waldpark mit Gastronomie oder auf den Elbwiesen. In Blasewitz befindet sich mit der „Alexander-Frantz-Sternwarte“ eine der ältesten privaten Sternwarten in Europa.

Abseits der Touristenpfade

Dresden hat nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt zu bieten. Ein Blick gen Osten lohnt sich: Prächtige Villen, weite Elbwiesen und interessante Museen warten darauf entdeckt zu werden. Um das Blaue Wunder liegen beispielsweise urige Biergärten, die in der warmen Jahreszeit zu einem Besuch einladen. Auf der Blasewitzer Elbseite befindet sich der Schillergarten, in dem einst schon Friedrich Schiller sich mit Blick auf die Elbe erholte.

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