FAMILIE & FREIZEIT

29.04.2014

Sand sieben (Foto: Gila Hanssen / pixelio.de)
Gila Hanssen / pixelio.de

Neue Kita gegen alte Kita

Über einen Monat nach der Eingewöhnung kann Vater Carlos Bilanz ziehen: Lotte gefällt es bestens in der neuen Kita. Die alte Kita hatte aber auch ihre Vorzüge. Ein Vergleich.

von Juan Carlos Oliver-Vollmer

In der Eingewöhnung hab ich es ja schon angedeutet: Eigentlich kann ich über die neue Kita einen ganzen Blog schreiben. Wieso? Kennen Sie... Da fällt mir ein, dutzen wir uns eigentlich? Ich find das persönlicher und nicht so serviceorientiert. Also ab jetzt perdu.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man endlich einen Vergleich machen kann. Ich will nicht sagen, dass die alte Kita schlechter als die neue war. Wir haben uns da sehr wohl gefühlt. Überschaubar, familiär, niedlich - alles, was man sich eigentlich wünscht.

Am Anfang war der Zweifel

Unsere neue Kita dürfte für viele zu groß sein. Die Bildungseinrichtung beinhaltet auf drei Stockwerken neben der Kinderkrippe auch Kindergarten und Vorschule. Da ist schon auf dem Weg zum Haupteingang jede Menge los. Mir gefällt das: Menschentrubel. Lotte bringt das Treiben auch nicht aus der Ruhe - liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass es bei uns zu Hause oft zu ging und geht wie in einem Taubenschlag.

Ich kann mich erinnern, dass zwei Freundinnen gemeckert und gewarnt hatten, als wir vom Wechsel berichteten. Die eine kannte eine Freundin, die dort ihr Kind "untergebracht" hatte. Die andere war selbst Erzieherin und hatte sich aus Interesse deren Konzept mal angesehen. Diese Warnungen verunsicherten meine Frau und mich natürlich. Obwohl wir auch sofort relativierten: Erstens hatten wir das eine oder andere Mal auch über unsere alte Kita gelästert. Damit war die Aussage von Freundin Nummer 1 schwammig, subjektiv und vielleicht aus einer Laune heraus entstanden. Zweitens war und ist die besagte Erzieherin (Freundin Nummer 2) in unserer alten Kita beschäftigt, etwas verletzter Stolz spielte da wohlmöglich auch mit, als wir ihre Kita für eine andere verließen.

Keine Zweifel mehr

Um das nochmal klar zu stellen: Hauptargument für den Wechsel war nicht die Qualität sondern schlichtweg die Entfernung. Dass die neue Kita dann plötzlich ganz neue Vorzüge und Qualitäten bot, spielte eher auf der B-Liste mit. Alles steht und fällt nämlich mit den Erzieherinnen in Lottes Gruppe. Stimmt die Chemie? Mag Lotte die Erzieher? Mögen die Erzieher Lotte? Wenn das passt, passt auch der Rest.

Trotzdem haben wir nicht schlecht gestaunt über den großen Turnraum, über das Zimmer zum Tanzen mit jeder Menge Spiegeln, über die niedliche Cafeteria mit Kinderküche zum Plätzchenbacken und schlichtweg über den Platz in dem wunderschönen Jahrhundertwendebau.

Ich denke, irgendwas wird uns auch irgendwann in der neuen Kita stören. Die ersten Brückentage im Mai zum Beispiel, für die wir uns im Wechsel Urlaub nehmen müssen. In der alten Kita - muss man ehrlich sagen - blieb bis auf Weihnachten der Laden immer offen. Also in diesem Sinne mal ein dickes Respekt dafür.

Ein Richtig oder Falsch gibt es also nicht. Die aktuelle Kita gewinnt für mich nur, weil weder Lotte noch ich der alten nachtrauere.

Wenn ich sehe wie wohl sich Lotte mit ihren beiden Erzieherinnen in der neuen Kita fühlt, hab ich auch keinen Zweifel mehr. Wir sind dort goldrichtig!

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