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28.07.2015

Sportwetten – legal, illegal, ganz egal?

Foto: pixabay.com
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In punkto Glücksspielwerbung herrschen hierzulande bis heute Unstimmigkeiten. Während Landesdirektionen Unterlassungsklagen wegen Glücksspielwerbung gegen kleine Portale erheben, wird der Umgang von Sportwetten großer Fußballvereine konträr gehandhabt. Beinahe scheint es, als gelten für unterschiedliche Sportwettenanbieter auch andere Richtlinien.

Werbung für Glücksspiele ist zulässig – oder doch nicht?

Erstaunlich ist, dass vor wenigen Wochen die Werbung für bet-at-home.com auf Trikots einer ostdeutschen Bundesligamannschaft zugelassen wurde. Bet-at-home.com ist eine feste Größe unter Glücksspielportalen und für Casinospiele mit Automaten – sogenannten Slots -, Livecasino mit Dealern und Sportwetten sowie Tischspielen wie Poker bekannt. Diese Entscheidung verwundert, weil die Landesdirektion Sachsen im Gegenzug eine derartige Werbung mit Geldstrafen bis zu 500.000 Euro ahndet. Ein Unterlassungsverfahren, das sich mit der Thematik befasst, liegt derzeit beim Verwaltungsgericht Chemnitz vor und richtet sich gegen einen privaten Webseitenbetreiber. Diesem Rechtsstreit liegen die §§ 284 sowie 285 StGB zugrunde, denen zufolge das Vermitteln sowie Veranstalten öffentlicher Glücksspiele verboten ist. Des Weiteren verweisen diese Paragraphen auf die Strafbarkeit an der Teilnahme an illegalen Glücksspielen.

Bestehende Sponsoringverträge mit Glücksspielanbietern

Genauso abstrus ist die Tatsache, dass mittlerweile nahezu alle großen Fußballvereine in Sachsen Sponsoringverträge mit EU-lizenzierten Glücksspielanbietern abgeschlossen haben, die derartige Glücksspiele oder Sportwetten offerieren. Beispielsweise werben die Fußballvereine Chemnitzer FC sowie RB Leipzig mit Bet 365 oder Tipico. Die SG Dynamo Dresden rührt die Werbetrommel für ein vermeintlich illegales Online Casino, das bereits verurteilt wurde. Bei diesem Wirrwarr rund um Wettanbieter fällt es tatsächlich schwer, den Überblick zu bewahren sowie zwischen legalen oder illegalen Handlungen zu unterscheiden.

Folgt ein Strafverfahren gegen Deutschland?

Derzeit wird gemutmaßt, ob die aktuellen Entwicklungen in Sachen Glücksspiel und Sportwetten mit dem derzeitigen EU-Pilot als erster Schritt zu einem Strafverfahren gegen Deutschland im Zusammenhang stehen. Unter anderem sprach sich dieser EU-Pilot gegen die europäische Dienstleistungsfreiheit durch den Europäischen Gerichtshof aus. Dieser EU-Pilot könnte der erste Schritt in die richtige Richtung sein, um eine endgültige Regulierung rund ums Glücksspiel zu erzielen. Eine interessante Übersicht zur Legalität von Online Sportwetten könnte nach diesen zeitnah erwarteten juristischen Anordnungen neuen Aufschluss geben. Es bleibt abzuwarten, inwieweit daraufhin allgemeingültige Regelungen getroffen werden.

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