FAMILIE & FREIZEIT

26.03.2014

Kindergarten (Foto: Jürgen Frey  / pixelio.de)
Jürgen Frey / pixelio.de

Wir haben uns eingewöhnt!

Den Kita-Wechsel nach Dresden hat Vater Carlos letzte Woche übernommen. Wie sich seine 2-jährige Tochter Charlotte geschlagen hat, erzählt der Papa im zweiten Teil über die Kita-Eingewöhnung.

von Juan Carlos Oliver-Vollmer

Nach vier Tagen - ich wiederhole - nach vier Tagen war Charlottes Eingewöhnung in ihrer neuen Kita abgeschlossen. Für alle, die meinen ersten Teil zu diesem Thema nicht gelesen haben: Das ging verdammt flott und erzeugt in mir eine tiefgehende Entspannung.

Flattrige Nerven

Als erwachsener Mann vor einer Erzieherin feuchte Augen zu bekommen, zeigte mir erst wie angespannt ich die letzten Tage gewesen bin. Klar saß ich gechillt am Rand in der Gruppe oder ging locker auf dem Gang auf und ab, während Lotte allein in ihrer Kita-Gruppe spielte. Klar beantwortet ich völlig nebenbei Anrufe und E-Mails des Büros. Aber ganz ehrlich, das waren die spannendsten vier Tage seit langem für mich. Jede Frage meines Chef mit einem „Da muss halt meine Tochter mitspielen“ zu beantworten und nie zu wissen, wann man wieder regelmäßig mitarbeiten kann, zerrten an meinem Nervenkostüm.

Und da stand ich nun mit meinem Laptop auf einem kleinen Tisch vor dem Schlafraum, wo Lotte gerade zur Ruhe kam, völlig durch den Wind und vor Erleichterung den Tränen nahe. „Charlotte ist hiermit erfolgreich eingewöhnt.“ Diese Worte der Erzieherin zergingen in meinen Ohren wie Butter. Wirklich? Ich konnte es noch nicht fassen.

Zwei Hürden: Essen und Schlafen

Dass Lotte keine Probleme beim Essen machen würde, war mir eigentlich klar. Sie frisst uns noch die Haare vom Kopf. Aber man weiß ja nie. Deswegen auch hier äußerlich alles cool, innerlich aber ein bohrender Zweifel. Was, wenns diesmal nicht klappt? Muss ich dann meinem Chef sagen, dass ich nochmal zwei Wochen Urlaub brauche? Oder, was, wenn sie die Kita einfach nicht annimmt und in die alte Einrichtung zurück will? Zu viele Möglichkeiten, zu viele Unbekannte! Aber auch bei diesem Schritt, Entwarnung! Lotte aß super mit. Eine Erleichterung schon an Tag 3.

Die letzte große Hürde war damit nur noch der Mittagsschlaf, der seltsamerweise bei uns zu Hause immer wunderbar funktionierte und nur in der alten Kita einem Kraftakt glich. Aber wie viel Mittagsschlaf kann man schließlich von einer fitten 2-Jährigen erwarten, die 13 Stunden nachts durchschläft?!? "Heute hat Lotte 30 Minuten geschlafen", war damals schon ein Riesenerfolg. Hab ich gerade damals gesagt? Eigentlich war damals ja noch vor zwei Wochen in der alten Kita in Radebeul. Egal - zurück zur Schlafproblematik in der aktuellen Kita!

Als Lotte dann 50 Minuten Mittagsschlaf in fremder Umgebung an Tag 4 der Eingewöhnung hinlegte, war ich natürlich nicht nur erleichtert, sondern auch völlig verblüfft. Ich will die beiden Erzieherinnen jetzt nicht auf Gottstatus heben, aber sie haben bei mir jetzt ein dickes Extraleben-Polster ergattert.

Stolz und Glück

Jetzt am Ende der zweiten Woche bin ich entspannt und Lotte ist völlig zufrieden mit ihrer - O-Ton -„neuä Kietah". Bis auf etwas mehr Erschöpfung und damit verbunden mehr Tiefschlaf am morgen, scheint mir meine Tochter sogar ausgeglichener als jemals zuvor. Und die beiden neuen Erzieherinnen hat sie wirklich gern. Den beiden jungen Frauen rennt sie jeden morgen freudenstrahlend entgegen und winkt mir dann nur noch mit einem "Tschüss" auf den Lippen zum Abschied. „Charlotte ist hiermit erfolgreich eingewöhnt.“ Ich kann es immer noch nicht fassen. Wow! Ich bin so stolz auf meine Tochter.

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