GESUNDHEIT & WELLNESS

17.06.2013

Uniklinikum Dresden (Foto: PR / Universitätsklinikum)
PR/Universitätsklinikum

Das Universitätsklinikum Dresden ist an der Spitze angekommen

„Auch wenn wir nicht die finanziellen Mittel haben, mit denen die ganz großen Universitätsklinika in Berlin, München oder Heidelberg ausgestattet sind, ist es uns gelungen, aufzuschließen. Das ist auch die Frucht eines betriebswirtschaftlich orientierten Managements. Wir müssen uns sehr vorausschauend überlegen, welche Schwerpunkte wir setzen.“ So kommentiert Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden den vierten Platz, den das Krankenhaus im vom „Focus“ aufgestellten Ranking erreichte.

Von Frances Heinrich

Damit bestätigt es seine exzellente Position, die das Uniklinikum auch in anderen fachbezogenen Vergleichsstudien belegt: Mehrere der einzelnen Kliniken erreichten hier Spitzenplätze, darunter auch die Klinik für Urologie bei der Behandlung des Prostatakrebses sowie die Klinik für Neurologie in der Parkinsontherapie.

Verstecken muss sich das Uniklinikum wahrlich nicht. Etwa 6.200 Menschen arbeiten für das Haus und die medizinische Fakultät, denn in der Klinik kümmert man sich nicht nur um Krankenversorgung, sondern gehen auch Forschung und Lehre Hand in Hand.
„Focus“ stellte für sein Ranking der Top-Krankenhäuser in Deutschland einen Katalog von 15 wichtigen Erkrankungen und Therapieformen zusammen. Informationen aus den Qualitätsberichten der einzelnen Kliniken, wie oft und mit welchen Erfolgen sowie Komplikationen diese Erkrankungen und Therapien im Jahresbetrieb eine Rolle spielten, flossen in das Ranking ebenso ein wie Empfehlungen von rund 22.000 niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten, die befragt worden sind. Weitere Kriterien waren die technische Ausstattung, die Zahl der betreuenden Ärzte und die Qualifikationen des Pflegepersonals, die mit Fragebögen erfasst wurden.

Aufbauarbeit: Fokus auf Zukunftsthemen

Uniklinikum Dresden - Haus 21 (Foto: PR / Universitätsklinikum)
PR/Universitätsklinikum

„Der vierte Platz im aktuellen Ranking bestätigt uns, dass wir in der Spitzengruppe deutscher Uniklinika angekommen sind", sagt der Medizinische Vorstand. Das sei alles andere als ein Zufall: „Im 20. Jahr der Dresdner Hochschulmedizin zahlt sich die 1993 begonnene Aufbauarbeit aus", so Prof. Albrecht weiter. Klinikum und Fakultät haben sich frühzeitig auf die Zukunftsthemen Krebsmedizin, Diabetes und Neurodegenerative Erkrankungen konzentriert. „Zusammen mit der Etablierung effizienter und qualitätsorientier Strukturen ist es gelungen, nationales und internationales Renommee zu gewinnen und uns größte Anerkennung und Vertrauen bei Patienten und niedergelassenen Ärzten zu verdienen", betont der Medizinische Vorstand. Der Aufbau des Universitäts KrebsCentrums (UCC) und darauf folgend weiterer Zentren fand schnell größte Anerkennung in der Fachwelt. So gehörte das UCC zu den ersten Einrichtungen, denen die Deutsche Krebshilfe e.V. den Titel „Onkologisches Spitzenzentrum" verlieh.
Angesichts der schwer kalkulierbaren Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen sei es wichtig gewesen, sich als Hochschulmedizin immer wieder neu zu erfinden. So entstanden Leuchtturmprojekte wie das „Zentrum für Innovationskompetenz für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie - OncoRay" und dem damit verbundenen Projekt einer weltweit einmaligen Forschungsplattform zur Protonentherapie, wobei die Wissenschaftler mittelfristig auch auf die neue und kostengünstige Laser-Technologie zur Beschleunigung der Protonen setzen.
2011 hatten bereits die Partnerstandorte der Deutschen Zentren für Diabetesforschung sowie für Neurodegenerative Erkrankungen und des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung ihre Arbeit in Dresden aufgenommen.

Geschichte: Von Grundkenntnissen zur Universität

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, vor etwa 100 Jahren erbaut, erstreckt sich heute auf 110 genutzte Häuser mit insgesamt 12.600 Räumlichkeiten auf einer Nutzfläche von 260.000 Quadratmetern.
Mitte des 18. Jahrhunderts begann die ärztliche Ausbildung in Dresden. Seit 1748 wurden hier medizinische Grundkenntnisse an Militärchirurgen und Wundärzte vermittelt. 1815 stiftete König Friedrich August I. die „Chirurgisch-Medicinische Akademie“, an der der heutige Namenspatron, Carl Gustav Carus, als Professor für Geburtshilfe lehrte.
1998 gründete Arthur Schloßmann das erste Säuglingsheim der Welt in Dresden. 1901 öffnete das Krankenhaus Johannstadt mit Chirurgie, Innerer Medizin und Augenheilkunde seine Pforten. 1903 folgte die Königliche Frauenklinik. 1930 zog das Säuglingsheim dann in die neue Kinderklinik um. Leider wütete auch der Luftangriff auf Dresden auf dem Areal des Klinikums und machte große Teile der Gebäude dem Erdboden gleich. In mühsamer Aufbauarbeit konnte der prägende Pavillonstil des architektonischen Klinikarrangements wieder hergestellt werden. Heute ist die einst vom Stadtbaurat Edmund Bräter entworfene Optik ein gewürdigter Schatz: Der Campus und seine Pavillongebäude stehen unter Denkmalschutz.
1954 nahm die Medizinische Akademie im Johannstädter Krankenhaus ihren Betrieb auf. Schon wenige Tage nach der Öffnung nahmen die ersten Medizinstudenten im Hörsaal Platz. Mehr als 6.000 Ärzte und Zahnärzte absolvierten hier bis 1993 ihre klinische Ausbildung.
Als das Kalenderblatt den 1. Oktober 1993 zeigte, wurde die Akademie als Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum der Technischen Universität Dresden zugehörig, wenngleich beide bis heute rechtlich voneinander getrennt arbeiten.

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