GESUNDHEIT & WELLNESS

14.02.2014

Lachen ist gesund – Die Dresdner Mediclowns wollen kleinen Patienten ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern

Clown im Krankenhaus (pixelio / Jörg Sabel)
(pixelio / Jörg Sabel)

Die großen bunten Schuhe platschen über den Flur. Die rote Perücke wippt auf dem Kopf, die rote Nase sitzt präsent mitten im Gesicht. Clown „Hatschi“ bahnt sich seinen Weg auf die Station der Kinder-Onkologie. „Klopf, Klopf!“ an die Tür und schon steht der Clown mitten im Krankenzimmer.

Von Julia Oliver Vollmer

Clownsnummern mit Rücksicht auf die Gesundheit

Lachen ist gesund, so sagt der Volksmund. Nach dieser Devise klopfen die Dresdner Mediclowns seit nunmehr 18 Jahren Woche für Woche an den Türen der Krankenhauszimmer. Hauptanlaufpunkt ist die Kinderklinik des Uniklinikums inklusive der Onkologie, unregelmäßig auch das Krankenhaus Dresden-Neustadt. Bevor es zu den kleinen Patienten geht, treffen sich die Mediclowns, verwandeln sich in die rotnasigen Spaßmacher und stimmen sich mit einem kleinen Warm-Up ein. Eingeteilt in Zweierteams gehen die Clowns auf die Stationen, sprechen sich mit dem Pflegepersonal ab und besuchen die Kinder in den Zimmern. Abhängig von der jeweiligen Situation werden für die Kinder kleine Clownsnummern improvisiert. Immer mit Rücksicht auf die Gesundheit, überfordert werden soll niemand.

Neben ihrer Tätigkeit als Clowns, arbeiten „Gisella“, „Hatschi“, „Pampolina“ und ihre Kollegen unter anderem als Dramaturgin, Heilpädagogin im Kindergarten oder als Maschinist. Der schönste Moment im Leben eines Mediclowns ist immer der, wenn das Kind einfach mal albern und ganz Kind sein kann. Die problembeladene Situation der Erkrankung bleibt für einen Moment vergessen.

Vorbild: Krankenhausclown Patch Adams

Ein unvergessliches Erlebnis für alle ehrenamtlichen Mediclowns war die Begegnung mit dem bekanntesten Spaßmacher in Krankenhäusern überhaupt. Die rotnasigen Komödianten durften bereits an Workshops mit Patch Adams, dem Clownsdoktor aus Amerika teilnehmen. Große Bekanntheit erlangte Adams mit dem Film „Patch Adams“ mit Robin Williams in der Titelrolle, der das Leben des ersten Krankenhausclowns erzählt. Der Sozialaktivist, Profi-Clown, Darsteller und Autor Adams organisiert schon viele Jahre Reisen von einer Truppe freiwilliger Clowns aus der ganzen Welt, zum Beispiel nach Russland, um kleinen Patienten und Waisenkindern ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.

Die Begeisterung und Bewunderung für die Arbeit des amerikanischen Clownsdoktors schwappte auch nach Dresden über. Die Gründerin der Dresdner Mediclowns Evelin Ledig-Adam lernte den holländischen Theaterlehrer Loek van Saus aus Rotterdam kennen. Van Saus schwärmte gerade zu von den Projekten von Patch Adams. So etwas müssen wir in Dresden auch machen, stand für Ledig-Adam schnell fest. Der Kontakt mit dem Amerikaner kam rasch zu Stande und im August 1996 watschelten die ersten Dresdner Clowns nach einem Vorbereitungstraining durch die Klinikflure.

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