GESUNDHEIT & WELLNESS

20.05.2013

Gesundheitsrisiko Garten

Gesundheitsrisiko Garten (Foto: H.D. Volz / pixelio.de)
H. D. Volz/pixelio.de

Das Frühjahr lockt die Hobbygärtner vor die Tür. Blumenbeete müssen auf Vordermann gebracht, die Rosen zurückgeschnitten und der Rasen gemäht werden. Studien zeigen positive Auswirkungen von Gartenarbeit auf Herz, Kreislauf und Immunsystem. Doch jedes Jahr passieren mehr als 200.000 Unfälle bei der Gartenarbeit. Aber nicht nur Knochenbrüche, sondern auch ein fehlender Impfschutz können dem Gartenspaß ein schnelles Ende bereiten.

Bereits eine oberflächliche und kleine Hautverletzung reicht aus, um sich mit Wundstarrkrampf (Tetanus) anzustecken. Die Bakterien kommen in Form von Sporen weltweit vor und sitzen im Straßenstaub, in der Erde oder auch an Dornen von Pflanzen oder Holzsplittern. Eine Tetanus-Impfung bietet zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung, allerdings muss sie nach einer Grundimmunisierung etwa alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Wundstarrkrampf kann tödlich enden, weil das Nervengift bis ins zentrale Nervensystem vordringt und dort Lähmungen verursacht. „Die ersten Symptome lassen eher an eine leichte Grippe denken, wodurch sich der Behandlungsbeginn noch verzögert. Es gibt kein Mittel gegen Tetanus, in der Behandlung können lediglich die Beschwerden gelindert und die weitere Bildung von Giftstoffen verhindert werden. Daher ist es wichtig, seinen Tetanusschutz zu Beginn der Gartensaison überprüfen zu lassen“, weiß Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin einer deutschen Krankenkasse.
Bei den Gartenunfällen stehen die Schnitt- und Stichverletzungen an vorderster Stelle. Scharfe Gartengeräte wie Axt, Heckenschere, Sense oder Rasenmäher können zu tiefen Wunden führen. Besonders wichtig ist daher schützende Kleidung, also Handschuhe, lange Hosen, festes Schuhwerk und ein langärmeliges Oberteil. „Viele Unfälle passieren auch aus Unachtsamkeit oder weil sich die Hobbygärtner überschätzen“, so Marschall. Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, die Kräfte vernünftig einzuteilen und öfter eine Pause im Schatten mit einem Getränk einzulegen. Um Gelenkbeschwerden beim andauernden Arbeiten in der Hocke vorzubeugen, kann man beim Pflanzen oder Unkraut jäten einen kleinen Schemel, Knieschoner oder ein Schaumstoffkissen nutzen.

Tipps für die Gartenarbeit:

  • Nicht zu schwer heben: Für schwere Lasten eine Schubkarre nutzen. Schubkarre aus der Kniebeuge heraus anheben und ein Hohlkreuz vermeiden. Untersetzer auf Rollen helfen, schwere Blumentöpfe zu verschieben.
  • Ordnung halten: Stolperfallen beseitigen.
  • Wenn die Leiter zu kurz ist, einen Obstpflücker oder Geräte mit einer Teleskopstange benutzen.
  • UV-Schutz nicht vergessen: eincremen und einen breitkrempigen Hut tragen.
  • Vorsicht vor Zugluft: Durchgeschwitzte T-Shirts können in Kombination mit Zugluft zu Verspannungen oder einem Hexenschuss führen

Zurück