WIRTSCHAFT & HANDEL

25.09.2013

Animierende Animatoren

Glitzendernde Abendroben, Regiestühle mit eigenem Namen und der legendäre Schriftzug hoch oben in den Bergen. Viele Filmfreunde träumen davon, einmal im Leben nach Hollywood ins Land ihrer Zelluloidträume zu pilgern. Die Dresdner Cineasten können es für einen Tagesausflug auch mal auf der Buchenstraße im Hechtviertel probieren. Hier residiert das Label Pixable, das sich auf Animationen spezialisiert hat.

Von Julia Vollmer

Und die Liste der Referenzen liest sich beeindruckend. ARD, Arte, Dokfilm und Coca Cola stehen unter anderem auf der Kundenliste. Wenn im Werner-Streifen die Abgaswolken täuschend echt aussehen oder in der Papst-Dokumentation des ZDF Animationen zu sehen sind, dann haben die Macher von Pixable ihre Arbeit bereits getan. Das Studio hat sich auf Animationsfilme und 3D-Grafik spezialisiert und will mit Bildern bewegen: „in Auge, Bauch und Kopf“.
2011 hat Pixable sein erstes großes eigenes Projekt präsentiert. Der 15-minütige Kurzfilm „Grisella“ feierte Premiere. Eineinhalb Jahre Arbeit stecken in diesem Werk. Auch für den Kika und die ARD-Produktion „Mein Deutschland“ haben sie schon gearbeitet. Die Eule in der 2D-Kinderserie des Kika „Chirho“ haben die Zauberkünstler in 3D animiert. Ein weniger niedliches aber umso prägenderes Projekt ist die Dokumentation “Der Aufstieg und Fall des Michail Chodorkowski” vom Regisseur Cyril Tuschi. Die Dresdner haben dazu sieben kleine Animationsfilme, unter anderen über Wladimir Putin, beigesteuert.
Als zweites Standbein etablieren sich die Dresdner im Gamesektor. Für Computerspiele wie „Siedler 7“ kommen aus der sächsischen Hauptstadt die Ingame-Animationen und die Dialogsequenzen.

Zusammen mit Studenten der Hochschule Mittweida hat Pixable das 3D-Spiel „Urban Legend“ mit vielen technischen Neuerungen entwickelt. Aktuellste Entwicklungen zur Mimikerkennung wurden in das Spiel integriert. Die neuartige Technik erkennt den Spieler über die Webcam und überträgt dessen Mimik auf die Figur im Spiel. So sollen bestimmte Szenen im Spiel über die Mimik gesteuert werden können, etwa durch Blinzeln oder Lachen.

Die Künstler am Computer, die allen Freunden der PC-Spiele ein Lächeln auf die Gesichter zaubern und die all die animierten Gestalten erschaffen, tragen als Berufsbezeichnung „Animator“. Mit Mausklicken und Programmiersprache entstehen aus schwarzweißen Skeletten farbige, bewegte Figuren. Gegründet wurde das Studio 2005 von Tino Barth und Frank Lenhard. Sie kennen sich schon seit Dresdner Schulzeiten und haben bereits gemeinsam an Autos geschraubt. Der IT-Spezialist Lenhard und der Vertriebler aus Leidenschaft Barth fühlen sich Dresden sehr verbunden.

 





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