WIRTSCHAFT & HANDEL

23.08.2013

Aufmerksamkeit für alle: Hole of Fame

Vor allem für bildende Künstler ist Hole of Fame gedacht. (Foto: Dieter Schütz/pixelio.de)
Dieter Schütz/pixelio.de

Kunst braucht Raum. So kurz und knackig könnte man das Probleme vieler bildender Künstler in Dresden auf den Punkt bringen. Die Künstlergemeinschaft Hole of Fame hat sich dem Problem angenommen. Fünf junge Leute haben sich im Mai 2012 zusammengeschlossen, um ihre Räumlichkeiten auf der Königsbrücker Straße anderen Künstlern zur Verfügung zu stellen. Vorausgegangen sind der Gründung von Hole of Fame die Veranstaltung von sogenannten Kellerausstellungen. Als dann der Laden auf der Königsbrücker frei wurde, gab es Gespräche mit dem Vermieter und Hole of Fame konnte einziehen. „Die Miete ist moderat“, erzählt Literatur- und Kommunikationsstudent Stephan. Jede Woche stellen nun wechselnde Künstler ihre Arbeiten vor. Das Atelier lädt ein zum Vorbeikommen, Plaudern und Verweilen. Die Bierpreise sind günstig. Das Atelier soll Platz und Raum für Künstler aller Gattungen bieten. Von Graffiti bis Druck, von Theater bis hin zu Lesungen.

Von Julia Vollmer

Jeder Kreative ist eingeladen, im Laden vorbeizuschauen und für eine Woche im Atelier auszustellen. Nach einem ersten Kennenlerngespräch trifft man sich mit allen Kollektivmitgliedern zum Gespräch über die Kunst und die Formalitäten. Bezahlbare Ateliers zu finden, gestaltet sich für Künstler in Dresden immer schwieriger. Vielen droht langfristig die Kündigung ihres Mietvertrages. Die Bands aus dem Bandhaus in Reick müssen ihr Gebäude verlassen, der Initiative Freiraum Elbtal wurde der Mietvertrag zum Ende des Sommers gekündigt. Auch der Umsonstladen in der Neustadt fürchtet um sein jetziges Domizil im Sonnenhof. Die Kreativen, die derzeit noch das Drewag-Areal an der Lößnitzstraße bevölkern, fürchten die Neugestaltung des Geländes und damit das Ende ihres Mietvertrages. „Wir sehen die Raumproblematik für die Kreativen in Dresden sehr kritisch“, berichten die Hole-of-Fame-Mitglieder. Wenn immer mehr Kunst vertrieben wird, verschwindet das Leben aus den Stadtteilen. Am Ende kommen die Touristen, lautet die Schreckensvision von Stephan und Hagen. „Wir arbeiten bei Hole of Fame aus Idealismus. Geld verdienen wir hier nicht.“, stellt Stephan klar.

 Zu den Gründungsmitgliedern zählen das Label Kids Artwork und der Fotograf- und Videokünstler David Campesino. Das Label stellte seine Produkte im Laden aus, ist aber mittlerweile aus dem Projekt ausgestiegen. David Campesino lebt und arbeitet als Fotograf und Filmemacher seit über zehn Jahren in Dresden. Er stellte seine Videoinstallationen mehrfach auf der Ostrale aus und gewann 2010 den Kurzfilmwettbewerb „Dogs Bones & Catering“. Sein Kurzspielfilm „Gwendolyns Reise“ holte 2012 den Nachwuchsförderpreis des Leipziger Kurzfilmfestivals „Kurzsuechtig“.

Im Herbst planen die Hole of Fame-Mitglieder wieder jede Menge neue Veranstaltungen. Es sollen regelmäßige Konzerte stattfinden, und eine Graffitiaustellung, die sich thematisch mit dem Arabischen Frühling auseinandersetzt, wartet auf die kunstinteressierten Dresdner.

 

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