WIRTSCHAFT & HANDEL

17.02.2020

Foto: pixabay.com

Digitalisierung - Wacht Dresden auf?

Sachsens Landeshauptstadt wartet mit vielen Schönheiten auf. Neben der reizvollen Landschaft, beeindruckt natürlich die architektonische Vielfalt. Auferstanden aus Ruinen, konnte sich die Stadt zu einer der schönsten in ganz Deutschland mausern. Doch bei der Digitalisierung hakt es noch immer, wie beinahe in jeder anderen deutschen Stadt. Beinahe scheint es so, als wären die Städte weiterhin im Schönheitsschlaf und würden die Digitalisierung vollständig verpassen. Die Technik erlaubt, dass die Bürger heute bereits alles von Zuhause erledigen könnten. Die Realität auf den Bürgerbüros, die eigentlich niemand mehr brauchte, sieht aber ganz anders aus. Zwar sind vielerorts neue Computer zu bewundern, die Software entspricht aber nicht dem modernen Standard.

Doch wie sehen die Pläne der Stadt Dresden aus? Welche Ansätze gibt es für eine Digitalisierung, falls überhaupt vorhanden?

Dresden und die verpasste Digitalisierung

Die sächsische Landeshauptstadt steht stellvertretend für alle anderen Großstädte in Deutschland. Digitalisierung ist ein Fremdwort. Vielleicht gibt es schon den Termin auf dem Bürgerbüro online zu buchen … das war es dann aber schon. Digitalisierung bedeutet, die Bürobüros nach und nach abzuschaffen, den Einwohnern eine neue Möglichkeit zur Verfügung zu stellen. Scheinbar sind wir aber von den Möglichkeiten noch Jahrzehnte entfernt.

Schon 2016 und 2017 gab es Ansätze, um Dresden für die Zukunft zu rüsten. Die 550.000 Einwohner Metropole sollte fit gemacht werden für die Digitalisierung. Das große Problem ist dabei wohl in allen Städten, das der Klimaschutz das Thema so sehr beherrscht, das sich die Umsetzung zum größten Teil nur auf diesen Punkt bezieht. Städte, die an die Digitalisierung denken, beschäftigen sich mit der E-Mobilität. Doch dieser Bereich ist nur ein Kleinteil des Gesamten. So auch in Dresden,  wo gemeinsam mit Volkswagen zum E-Auto geforscht wird. 2020 soll der gesamte Fuhrpark ausschließlich aus E-Autos bestehen. Dabei gibt es so viele inspirierende Techniktrends für 2020.

Ein völliger falscher Ansatz, sagen Internetexperten. So wird das nie etwas mit der Digitalisierung. Der Bürger bleibt meistens außen vor. Im Bereich der cleveren Verkehrssteuerung gibt es zwar Ansätze, so richtig viel passiert ist aber nicht.

Lähmende Bürokratie

Digitalisierung ist keine Sache, die Jahrzehnte benötigt. Schon jetzt bestehen alle technischen Möglichkeiten zur Umsetzung. Behindert wird diese aber auch auf Bundesebene, durch eine lähmende Bürokratie und den Parteimachtkämpfen, in denen die technische Zukunft praktisch kaum Stellenwert hat.

Dresden und das Bundesland versuchen sich mit dem Silicon Saxony. Das wirkt abgekupfert. So war das Thema Digitalisierung noch zwischen 2015 – 2017 beherrschend. Mittlerweile scheint es zu einem Randthema geworden zu sein. Geplant ist ein freies WLAN für die ganze Stadt. So wurde es Mitte 2019 verkündet. Damit soll eine digitale Grundversorgung sichergestellt werden. Allerdings gibt es bis heute keinen Termin für die Einführung … Die Finanzierung selbst ist noch ein großes Problem.

Deutsche Städte sind gelähmt

Praktisch alle großen Städte in Deutschland kämpfen mit diesem Problem. Bei der Digitalisierung ist nicht wirklich viel passiert. Es gibt zwar den Chip im Ausweis, genutzt werden kann dieser aber kaum. Das Angebot dafür ist so übersichtlich, dass es sich an einer Hand abzählen lässt. Das digitale Bürgerbüro gibt es nicht. Karlsruhe versucht sich mit Terminals, an denen Bürger ihre Amtsgänge virtuell erledigen können. Unzählige Millionen wurden dafür ausgegeben. Der Einwohner muss aber immer noch in das Bürgerbüro gehen … Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Fakt ist, die deutschen Städte haben die Digitalisierung vollständig verschlafen und schmeißen Millionen in unsinnige Projekte.

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